Donnerstag, 20. Juli 2006

Sackerlunsinn, gelbe Massen und Welcaaam-Wahnsinn und ein toter Bumibhol in unserem Badezimmer?

Liebe Leser,
dieses Mal moechte ich auf ein paar Besonderheiten dieses Landes eingehen, die uns ins Auge stechen (und auch zeitweise ein wenig in den Wahnsinn treiben):
1) die Sache mit den Plastiksackerln. Man kennst es ja wenn man zum Billa geht und den guten, alten Einkaufskorb vergessen hat: die liebreizenden Verkauferin wird uns - bei hoeflichem Anfragen auch noch fuer 20 Cent oder so ein schoenes Sackerl (wahlweise aus Plastik oder Papier) verkaufen und wir nehmen es dankbar an, weil wir nicht 12 Krakenarme haben, um den ganzen Muell nach Hause zu schleppen.
Hier ticken die Uhren anders. Dieses Land scheint kein Muellproblem zu haben bzw. wir es ganz grossartig verdraengt: fuer jeden noch so kleinen Sch...(der geneigte Leser moege diesen Fastkraftausdruck verzeihen, aber mein Kopf ist von der vielen Sonne bereits muede und die Worte troepfeln nur langsam und ungenuegend aus dem demselbigen) gibt es ein Sackerl. Plastik - das versteht sich wohl von selbst. Das waere aber noch nicht die Besonderheit. Was uns wirklich seltsam erschien, war, dass der Thai/die Thaiin (um politisch korrekt zu bleiben, die Leser dieses Blogs werden ja immer mehr und wer weiss...) sich schnell mal ein kleines Essen aus der Garkueche holt und flugs wird alles in Plastiksackerl verpackt: das Fleisch in das eine, die Sauce in das naechste usw. Sparen tun sie mit den Sackerl bei Leibe nicht.
Das alles haette uns ja auch nur maessig beeindruckt, haetten wir nicht gesehen, dass auch die Getraenke in den gemeinen Plastiksack abgefuellt werden. Und das sieht so aus: man verwende ein Sackerl mit 2 Henkel (siehe Billa nur kleiner), fuelle Fluessigkeit hinein (braun, gruen,...) und gebe viele gesunde Eiswuerferl dazu. Strohhalm dazu und fertig ist der elegante Trinksack...
2) Seit wir hier in Thailand sind, fragen wir uns, warum alles Thais das gleiche gelbe T-Shirt tragen. Das Geheimnis konnte gelueftet werden: der Koenig feiert sein 60-jaehriges Thronjubilaeum und bis Ende des Jahres laufen die alle in dieser Montur herum. Das nenn ich Treue zum Monarchen! Das gelbe T-Shirt gibt es in einigen wenigen Varianten (ist ja auch noch lange hin bis Jahresende!!): als flottes Polo, klassicher Rundhalsausschnitt, durchgeknoepftes Hemd. Und auch in einer Variante mit Aufdruck, die auch wir begriffen haben:"I love the king"
Man stelle sich jetzt vor solche Sitten wuerden nach Oesterreich ueberschwappen und 90% der Oesterreicher wuerden T-Shirts mit "I love the chancellor" tragen - es ware ja nicht zum Aushalten. Aber hier nehmen wir das einfach so hin, auch wenn es manchmal ein bisserl gar viel gelb ist...
3)Der Welcaaaaam-Wahnsinn: etwas, das uns wahrscheinlich wirklich bald in den Wahnsinn treiben wird. Solltet ihr euch hier im Lande bewegen, so sagt niemals danke resp. thank you. Die Antwort wird zu 1000% immer welcaaam sein. Leider kann ich an dieser Stelle keine wav-Datei mitschicken, der sound, mit dem welcaaam ausgesprochen wird, ist unbeschreibbar: eine Art langezogener sing-sang, der eine Beleidigung fuer jedes mitteleuropaeische Ohr ist. ICH KANN ES EINFACH NICHT MEHR HOEREN!!!
4) der Zusammenhang zwischen Koenig Bumibhol und unserem stinkenden Badezimmer: also die Geschichte ist folgende....man betritt unser Zimmer und vernimmt mit dem ohnehin seit Bangkok stark geschaedigtem Geruchsorgan eine Art Verwesungsgestank. Beschwerde an der Rezeption. Housekeeping in unserem Zimmer. Es wird geschaut und gesprueht und wieder geschaut. Geruch wurde uebertuencht.
Tag 2: Geruch wieder da. Housekeeping, etc.
Tag 3: Geruch wieder da. Dieses Mal werde ICH befragt, woher dieser Geruch kommt. Ich antworte nur, dass es nicht unsere Rucksaecke seien...Pseudo-Klemptner inspiziert unser Bad und nutzt es in erster Linie dazu, dass er sich des guten Sitzes seiner Frisur versichert.
Tag 3 abends im Bett: Cola und ich machen uns Gedanken ueber den Geruch: Bumibhol sah auf den letzten Bildern gar nicht mehr gut aus...koennte es nicht sein, dass der starke Verwesungsgeruch nicht....weiter moechte ich hier nicht mehr schreiben, sonst werden wir wegen Laesterei gegen das Koenigshaus des Landes verwiesen.
Und das wollen wir ja wirklich nicht. Daheim ist es zwar auch heiss, aber so schoene Palmen hats nicht.

Die wilden biker....

.... vielen dank fuer die super lustigen berichte und heimatlichen "anekdoetchen" - sitzen laut lachend im internetcafe und werden "fragwuerdigst" beaeugelt....

ja, ja das inselmotto "laaaaaaaangsam" hat uns nun auch voll erwischt - "meer-haengen" und "grinsen" ist teilweise das hoechste der gefuehle...
umso abenteuerlicher und "wilder" gestaltete sich unser rasanter "moped-ausflug" am montag. durch ein bungalow-benachbartes grosseltern-ehepaar (ihr seht, wir haben schon grosse "aufrisse" zu verzeichnen:)) angestiftet, haben wir uns zwei speedy motorraeder ausgeborgt, um die insel auf eigene faust zu erkunden... jetzt kann i es ja endlich sagen: es war mein ERSTER mopedausflug des lebens :))) musste deshalb zunaechst eine kleine einschulung ueber mich ergehen lassenund danach immer brav hinter evi dahinbrausen.... strassenkarte oder aehnliches ist hier nicht von noeten, da es weder verkehrsschilder, noch ortstafeln, noch verkehrsregeln (angeblich!!! linksverkehr),... gibt und die ganze insel nur von einer einzigen sogenannten ringstrasse (35 km) umgeben ist. in diesem sinne sind wir einfach nach "links" losgestartet. wer sich nun (so wie wir urspruenglich angenommen) vorstellt, dass wir gemuetlich durch kokospalmenplantagen, gut riechende orchideenfarmen, ... geglueht sind, der taeuscht sich sehr: es galt hoechste konzentration auf die strasse, um kein loch zu uebersehen, nicht von einem 5-jaehrigen "raser" ueberfahren zu werden oder in einer regenlacke "unterzugehen".... da wir uns durch unseren fahrstil und unser aeusseres eindeutig als touristen entpuppt haben (trugen als einzige eine "helmaehnliche kopfbedeckung" oder war es nur ein "sonnenschutz"?; sind nie schneller als 50 km/h geduest; sind jeder alleine auf einem moped gesessen und nicht als "gesamte familie"...) galten wir als "grosse gefahr" und wurden zum glueck von allen "links liegengelassen"...

unsere ausfahrt hat uns zielsicher nach "chaweng" gefuehrt(im fuehrer als "ballermann koh samuis" beschrieben :)), wo uns ein traumhafter strand mit weissem sand, klarem wasser,... erwartet hat. davon voellig begeistert suchten wir uns gleich eine neue bleibe und sind am dienstag morgen in den osten der insel uebersiedelt.... hier liegen wir nun schauend und ob der vielen taetowierten haut staunend am strand und "handeln" abends wild beim "fake-shopping"....
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