Wo die Uhren anders ticken...
In der nicht gerade kuehlen Hotellobby unserer Unterkunft in Hue (Zentralvietnam) sitzend, muss ich doch ueber ein sehr eigenartiges und einzigartiges Erlebnis aus Hanoi berichten.
Ich moechte vorausschicken, dass uns Hanoi ausgezeichnet gefallen hat, noch viele Relikte der franzoesichen Kolonialzeit sind hier zu finden und man kann mit Hochgenuss in knusprig frische Baguettes beissen. Und das nach Wochen der Einheitstoastscheiben.
Was natuerlich - denn da kommt keiner dran vorbei - zu oberst auf unserer to do list stand, das war ein Besuch des Ho Chi Minh Mausoleums.
Und der lief folgendermassen ab: unser eher laessiger Guide Le (O-Ton: ihr koennt da rein gehen, mich interessiert das nicht) hat uns also zur Staette der Begierde gebracht. Dort sammelten sich bereits Menschenmassen vor einer Art Gepaecksdurchleuchtungsmaschine (siehe Flughafen Handgepaeck) und es wurde festgestellt, dass wir Fotoapparat und Handy in der Tasche haben, was natuerlich an der hochheiligen Staette nicht geduldet werden kann. Also haben wir unsere Tascherl dem Le anvertraut (und das obwohl wir uns erst ein oder zwei Stunden kannten, manchmal ist unser Vertrauen einfach grenzenlos) und haben und in die Schlange eingeordnet. Es war ca. 8 Uhr frueh...und hatte in etwa 30 Grad. Ich trug ein T-Shirt ohne Aermel, was von einem der Waechter sofort beanstandet wurde (als wuerden wir in einen Tempel gehen!!!) und ich musste meine dicke Jacke drueber ziehen. Dann ging es in Zweierreihen flott voran. Aber wehe, wenn der Abstand zum Vordermann/frau ein wenig groesser wurde (ich spreche hier von ca. einem halben Meter) - da kam schon eine Ruege von einem Uniformierten, die sich eher wie Gebell anhoerte. Eben kurz. buendig und klar. Man wusste wieder was zu tun war und bemuehte sich, den fast-Koerperkontakt zum Vordermann nicht zu verlieren. Es ging dann ein paar Stufen hoch, ehe wir (und Le hatte uns eingeschaerft ja nicht zu reden geschweige denn zu lachen) in das Allerheiligste eindringen durften. Da lag er nun, in einem abgedunkelten Raum, in einem Glassarg, etwas orange beleuchtet (wahrscheinlich ist das gut fuer den eher waechsernen Teint), aber doch ziemlich grau. Die Gehgeschwindigkeit durfte aber in keinster Weise vermindert werden und so zogen wir fast im Laufschritt eine Runde um Onkel Ho. Die Zaehne fest in die Wangen gehauen, damit uns ja kein Lacher auskommt. Dieser wuerde wahrscheinlich sofort mit schwersten Kerker bestraft werden. Die ganze Prozession hat in etwa 3 Minuten gedauert (inkl. Gepaeckscanning und 500-1000 m Schlange gehen) und wir waren wirklich zutiefst beeindruckt.
Irgendwie ist hier doch alles anders...
Ich moechte vorausschicken, dass uns Hanoi ausgezeichnet gefallen hat, noch viele Relikte der franzoesichen Kolonialzeit sind hier zu finden und man kann mit Hochgenuss in knusprig frische Baguettes beissen. Und das nach Wochen der Einheitstoastscheiben.
Was natuerlich - denn da kommt keiner dran vorbei - zu oberst auf unserer to do list stand, das war ein Besuch des Ho Chi Minh Mausoleums.
Und der lief folgendermassen ab: unser eher laessiger Guide Le (O-Ton: ihr koennt da rein gehen, mich interessiert das nicht) hat uns also zur Staette der Begierde gebracht. Dort sammelten sich bereits Menschenmassen vor einer Art Gepaecksdurchleuchtungsmaschine (siehe Flughafen Handgepaeck) und es wurde festgestellt, dass wir Fotoapparat und Handy in der Tasche haben, was natuerlich an der hochheiligen Staette nicht geduldet werden kann. Also haben wir unsere Tascherl dem Le anvertraut (und das obwohl wir uns erst ein oder zwei Stunden kannten, manchmal ist unser Vertrauen einfach grenzenlos) und haben und in die Schlange eingeordnet. Es war ca. 8 Uhr frueh...und hatte in etwa 30 Grad. Ich trug ein T-Shirt ohne Aermel, was von einem der Waechter sofort beanstandet wurde (als wuerden wir in einen Tempel gehen!!!) und ich musste meine dicke Jacke drueber ziehen. Dann ging es in Zweierreihen flott voran. Aber wehe, wenn der Abstand zum Vordermann/frau ein wenig groesser wurde (ich spreche hier von ca. einem halben Meter) - da kam schon eine Ruege von einem Uniformierten, die sich eher wie Gebell anhoerte. Eben kurz. buendig und klar. Man wusste wieder was zu tun war und bemuehte sich, den fast-Koerperkontakt zum Vordermann nicht zu verlieren. Es ging dann ein paar Stufen hoch, ehe wir (und Le hatte uns eingeschaerft ja nicht zu reden geschweige denn zu lachen) in das Allerheiligste eindringen durften. Da lag er nun, in einem abgedunkelten Raum, in einem Glassarg, etwas orange beleuchtet (wahrscheinlich ist das gut fuer den eher waechsernen Teint), aber doch ziemlich grau. Die Gehgeschwindigkeit durfte aber in keinster Weise vermindert werden und so zogen wir fast im Laufschritt eine Runde um Onkel Ho. Die Zaehne fest in die Wangen gehauen, damit uns ja kein Lacher auskommt. Dieser wuerde wahrscheinlich sofort mit schwersten Kerker bestraft werden. Die ganze Prozession hat in etwa 3 Minuten gedauert (inkl. Gepaeckscanning und 500-1000 m Schlange gehen) und wir waren wirklich zutiefst beeindruckt.
Irgendwie ist hier doch alles anders...
Eva R. - 9. Aug, 13:08
